Von der Magie des Herbstes…

Verfasst von:

Stefanie Redecker

Von der Magie des Herbstes

 

„Endlich ist es morgens wieder kühler!“

„Endlich fallen die Blätter!“

„Endlich kann man wieder Kerzen anzünden und unter der Decke auf dem Sofa rumlümmeln ohne ein schlechtes Gewissen zu haben!“

Solche Sätze höre ich in letzter Zeit häufiger. Viele Menschen waren genervt vom Sommer und den heißen Temperaturen und begrüßen freudig den Morgentau und die dazugehörigen Nebenerscheinungen wie beschlagene Autoscheiben oder abgefallene Kastanien.

Ich bin da immer zweigeteilt. Ich mag auch keine 35 Grad im Schatten und eine Dürre, die monatelang anhält. Was ich aber auch nicht mag, sind wenig Tageslicht und kalte Füße. Ich mag es hell und bunt, denn trist und wenig hoffnungsvoll ist es in der Welt ja derzeit schon genug.

Ich mag auch keine Laubbläser, die das Problem nur von rechts nach links wirbeln und diese LED-Lichter, die wie Kerzen flackern sollen und genau das nicht tun, sind auch nicht gerade mein Ding. Wenn dann noch Frost und Glatteis dazukommen, bin ich raus – und sehr schlecht gelaunt. Manche empfehlen da eine tägliche Dosis Vitamin D. Nun ja.

Meine Couch nutze ich übrigens auch bei Sommertemperaturen und ich fühle mich nicht genötigt zwanghaft Rad zu fahren, nur um zu beweisen, dass ich das Wetter in vollen Zügen genieße.

Bin ich eigenartig? Bestimmt, ist mir aber egal. Wenn man in einer Bibliothek arbeitet, ist man es gewohnt, als etwas seltsam betrachtet zu werden. Darauf kommt es also auch nicht mehr an.

Das gute am Herbst ist aber, dass wir vielleicht wieder die Zeit nutzen, um ein gutes Buch zu lesen. Runterzufahren. Uns bewusst machen, dass alles seine Zeit hat (auch der Sommer und die kalten Füße). Trist mag es manchmal sein, aber nach Weihnachten werden die Tage schon wieder länger und wir machen Pläne für den nächsten Sommer…

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